4-Tage-Benzinpreis-Prognose
benzinpreis.de Prognose, ausgegeben am Freitag, dem 13.03. um 07:15 Uhr
Die Spritpreise zeigen sich aktuell in einer Pattsituation zwischen kurzfristigem Aufwärtsdruck durch steigende Ölpreise und einem strukturellen Senkungspotenzial durch überhöhte Margen der Mineralölkonzerne.
Freitag, 13. März 2026
Die Preise bleiben weitgehend stabil. Der jüngste Ölpreisanstieg von rund 2,5 Prozent innerhalb von 24 Stunden ist bereits in den Tankstellenpreisen eingearbeitet. Das steigende 7-Tage-Momentum wirkt preistreibend, wird aber durch die überdurchschnittlich hohe Gewinnmarge der Konzerne gebremst.
Samstag, 14. März 2026
Ebenfalls stabile Tendenz. Der Samstag war in den vergangenen vier Wochen im Schnitt rund 0,2 Cent günstiger als das Wochenmittel. Dieses Wochentagsmuster dämpft den Preisanstieg zusätzlich.
Sonntag, 15. März 2026
Leicht fallende Preise sind wahrscheinlich. Der Sonntag zeigt historisch die niedrigsten Preise der Woche, im Schnitt etwa 0,9 Cent unter dem Wochenmittel. Wer am Wochenende tanken möchte, findet am Sonntag voraussichtlich die besseren Preise.
Montag, 16. März 2026
Die Preise stabilisieren sich wieder auf dem Niveau vom Wochenanfang. Montage liegen erfahrungsgemäß etwa 0,1 Cent über dem Wochenmittel.
Aktuelle Marktlage und Ölpreisentwicklung
Die aktuelle Situation wird von mehreren gegenläufigen Faktoren geprägt. Der Rohölpreis ist innerhalb von 48 Stunden um knapp 2,9 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg wurde von den Tankstellen bereits vollständig weitergegeben, da Preiserhöhungen am Rohölmarkt typischerweise innerhalb von 24 Stunden an der Zapfsäule ankommen. Der 7-Tage-Trend zeigt bei Super E10 einen Anstieg von etwa 0,5 Cent pro Tag, was auf kurzfristigen Aufwärtsdruck hindeutet.
Rohüberschussanalyse und Margen der Mineralölkonzerne
Besonders aufschlussreich ist die Rohüberschussanalyse. Diese berechnet die Rohgewinnmarge der Mineralölkonzerne, indem vom Netto-Verkaufspreis die Energiesteuer von 65,45 Cent pro Liter und die aktuellen Rohölkosten abgezogen werden. Die aktuelle Marge liegt bei 56,1 Cent pro Liter und damit 3,1 Cent über dem Vier-Wochen-Durchschnitt von 53,0 Cent pro Liter. Diese überdurchschnittlich hohe Marge signalisiert, dass eine Preiskorrektur nach unten innerhalb der nächsten etwa 14 Tage wahrscheinlich ist. Die Konzerne haben bei steigenden Rohölpreisen mehr als notwendig erhöht oder bei sinkenden Rohölpreisen zu langsam gesenkt.
Weder Feiertage noch Schulferien oder Brückentage beeinflussen den Prognosezeitraum. Alle 16 Bundesländer befinden sich im normalen Alltag ohne besondere Reisebewegungen.
Das Berechnungsmodell
Die Prognose basiert auf einem vielschichtigen Berechnungsmodell, das verschiedene Einflussfaktoren kombiniert. Für die Wochentagsanalyse werden die letzten vier Wochen ausgewertet und die durchschnittlichen Preisabweichungen vom gleitenden Wochenmittel berechnet, um saisonale Preistrends herauszufiltern. Die Kalendereffekte wie Feiertage und Ferienzeiten werden über einen Zeitraum von zwei Jahren ermittelt und nach Bevölkerungsanteil der Bundesländer gewichtet. Der Ölpreistrend berücksichtigt die asymmetrische Weitergabe von Preisänderungen, wobei Erhöhungen sofort erfolgen, während Senkungen sich über etwa sieben Tage verteilen. Das Momentum erfasst die kurzfristige Preisdynamik der letzten Woche. Die Rohüberschussanalyse vergleicht die aktuelle Marge mit dem Vier-Wochen-Mittel und leitet daraus strukturellen Preis- oder Senkungsdruck ab. All diese Komponenten werden zu einem Gesamtscore verdichtet, der die Tendenz für jeden Tag angibt. Die Methodik wird täglich neu kalibriert, um aktuelle Marktentwicklungen abzubilden.